Das Web vergessen

Wie wird aus einer vagen Idee eine Website? Der Weg ins Netz – Teil 2.

Der Entschluss also ist gefasst: Die Firma oder der Verein soll eine (neue) Website bekommen. Und nun? Wie geht es weiter? Sollten Sie sich nun sofort aufmachen, einen Webdesigner suchen und loslegen?

So weit ist es noch lange nicht. Der Aufbau einer Website ist vergleichbar mit dem Bau eines Hauses – und in diesem wie im jenem Fall ist es besser, vorher eine grundsätzliche Frage zu beantworten: Was will ich?

Obwohl – ist diese tatsächlich bei Websites ausschlaggebend? Wenn man sich durchs Web hangelt, könnte man zum Schluss kommen: ja. Die Ergebnisse sind mit einiger Sicherheit niederschmetternd. Am Anfang sollte stets die Antwort auf die Frage gesucht werden: Wer sind die potentiellen Besucher meiner Website? Was könnte sie interessieren?

Das herauszufinden ist eine heikle Angelegenheit. Hier hilft nur, sich erstens konsequent auf die Seite der (potentiellen) Nutzer zu stellen und das eigene Ego hintan zustellen. Wie oft finden sich Websites, die gleich auf der Startseite umständlich erklären, mit wem man es zu tun hat, vielleicht noch unter der Überschrift „Herzlich willkommen auf unserer Website”? Zu oft. Denn tatsächlich ist diese Information für den Besucher von untergeordneter Bedeutung.

Setzen Sie sich also hin und überlegen Sie ganz kühl. Was bietet Ihre Firma an? Worin besteht die Besonderheit Ihres Vereins? Worin ist er besser? Und seien Sie ehrlich: worin können Sie anderen nicht das Wasser reichen?

Wenn Sie Ihre Firma ein solchen Analyse unterziehen, sollten Sie erst einmal gar nicht an den Internet-Auftritt denken. Das klingt zunächst widersinnig. Doch wenn sie zu früh auf die Website hindenken, laufen Sie Gefahr, bereits zu Beginn eine virtuelle Kopie Ihrer Organisation und deren Angebote zu erstellen, Strukturen aus der realen Welt in die des Webs zu übertragen – und damit Potentiale zu verschenken, die das Internet bietet.

Hilfreich kann es sein, bereits in dieser Phase mit Außenstehenden zu reden. Versuchen Sie denen zu erklären, was Ihre Firma macht. Und registrieren Sie die Fragen, die Ihnen gestellt werden. Die mögen Ihnen blödsinnig erscheinen, könnten sich aber als äußerst wertvoll erweisen, wenn es darum geht, Inhalte für Ihre Website zu erfinden.

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