Sie kennen die Karrikatur von F. K. Waechter? Die mit der Gans, die Kopfstand in einem Stiefel macht und seufzt: „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein zu.” Als Webentwickler hat man sich ähnlich gefühlt beim Einsatz von Microformats. Damit ist nun Schluss: Yahoo will künftig zuschauen.
Genial war die Idee, die Tantek Çelik und Brian Suda im Jahr 2005 der Web-Öffentlichkeit präsentierten. Sie nahmen ganz normalen HTML-Code, fügten ein paar standardkonforme Ergänzungen hinzu, setzten diese als Standard – voilá, das Web gewann plötzlich Intelligenz. So wurde es zum Beispiel möglich, Adressen oder Kalender so zu codieren, dass die Daten mühelos in andere Programme übernommen werden konnten.
Nur: Von den Anwendern wusste kaum jemand etwas von Microformats, (weshalb ich die Erweiterungen stillschweigend einfach eingebaut habe, in der Hoffnung, irgendwann könnte sich das als nützlich erweisen: „Microformats wollen Sie? Ach, die haben Sie doch längst.”) Und auch die Suchmaschinenbetreiber reagierten nur lauwarm auf Microformats.
Wenn jetzt Yahoo ankündigt, künftig semantische Techniken (und eben auch Microformats) in die Suchmaschine einzubauen und ihr mehr Intelligenz beizubringen, ist das ein Grund, einfach nur „Toll” zu sagen – ganz wie das Schwein in Wächters Zeichnung.
elbwiese.de ist die Website von Thomas Steinberg, einem Journalisten und Webentwickler aus Dessau, der besonderen Wert legt auf standardkonform programmierte, barrierefreie Websites.