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Editor

Anwendung oder Auszeichnungssprache, um Texte typographisch und technisch für das Web aufzubereiten

Vorab: Ein rundum perfektes System, Texte online für das Web aufzubereiten gibt es nicht. Für welche Lösung Sie immer sich entscheiden – stets werden Sie Kompromisse eingehen müssen.

Grob gesprochen, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Puren HTML-Code zu schreiben.
  2. Einen WYSIWYG-Editor zu verwenden.
  3. Eine einfache Auszeichnungssprache einzusetzen, die HTML-Code erzeugt.

Variante 1. dürfte für die meisten Website-Betreiber ausfallen. Sie müssten eine ganze Menge kryptischer Zeichen in den Code einstreuen, was erstens viel Zeit beansprucht und zweitens den Text in der Rohfassung – also bevor er durch den Browser läuft und aufgehübscht wird – eine Zumutung werden kann. Selbst Internet-Profis winken da gerne ab.

Variante 2. ist recht weit verbreitet und wird in vielen Content Management Systemen eingesetzt. Und in der Tat wirken die WYSIWYG (Waht you see ist waht you geht – Was Du siehst, bekommst du auch) zunächst sehr charmant. Man schreibt die Texte und hat Werkzeuge zur Verfügung, wie sie aus Word und ähnlichen Textverarbeitungsprogrammen bekannt sind. Sie markieren ein Wort, klicken anschließend auf einen Button – und das Wort wird fett oder kursiv oder wie auch immer dargestellt. Schrift lässt sich mühelos vergrößern oder verkleinern. Einfacher geht es nicht.

Tatsächlich bereiten die WYSIWYG-Editoren teilweise erhebliche Probleme. Zunächst stellen sie viele Funktionen zur Verfügung – sofern der Webentwickler diese nicht ganz bewusst ausgeschaltet hat. Als Nutzer können Sie deshalb alles mit Ihrem Text anstellen: ihn aufhübschen oder auch völlig verunstalten. Doch sobald einmal das Layout für eine Website festgezurrt wurde, ist Kreativität bei der Gestaltung eigentlich vollkommen unerwünscht, damit die Seiten sich optisch gleichen und kein kunterbuntes Durcheinander von Schriften und Farben herrscht – was sofort den Eindruck einer amateurhaften Website heraufbeschwört, das Lesen und die Orientierung unnötig erschwert.

Doch auch wenn der Webentwickler die Gestaltungsmöglichkeiten auf das wirklich notwendige Maß beschränkt hat – eine Garantie für einwandfreies Funktionieren des Editors gibt es nicht. Word-Texte, die einfach in den Editor kopiert werden, können abenteuerliche Formatierung herauf beschwören. Und außerdem können die Ergebnisse in Abhängigkeit vom verwendeten Browser völlig unterschiedlich ausfallen. Im schlimmsten Falle funktionieren bestimmte Funktionen in diesem oder jenen Browser gar nicht.

Sind also die Programmierer von WYSIWYG-Editoren einfach unfähig? Nein. Sie kämpfen mit einem massiven Problem: Jeder Browser pflegt seine teils recht eigenwilligen Interpretationen von JavaScript, auf das die Editoren angewiesen sind. Und alle Marotten der Browser zu berücksichtigen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Wenn Sie sich aber auf die Eigenheiten der WYSIWYG-Editoren einstellen und um deren Beschränkungen wissen, können Sie mit ihnen gut arbeiten und ordentliche Ergebnisse erzielen.

Und Variante 3? Die scheint zunächst in die Urzeit der Computerei zurückzuführen. Es gibt keine Schaltflächen, sondern nur ein schlichtes Eingabefeld, in das der Text geschrieben oder kopiert wird.

Um nun zum Beispiel eine Wort fett zu setzen, muss es in zwei *Sternchen* eingeschlossen werden. Diese Befehle müssen Sie lernen. Aber: es sind nur wenige, die Sie wirklich brauchen. Und die sind schneller getippt, als ein Wort markiert und mit der Maus der passende Befehl ausgewählt ist.

Der große Vorteil dieser Variante: Sie produziert kaum Fehler. Und die Einschränkungen, die sie dem Nutzer auferlegen, erweisen sich aus gestalterischer Sicht meist als Segen.

Ihre Grenzen haben diese Auszeichnungssprachen meist, wenn es etwas komplizierter wird. Aber dann müssen meist auch die WYSIWYG-Editoren passen. Und plötzlich ist wieder das gute, alte HTML gefragt.

Über diese Website

elbwiese.de ist die Website von Thomas Steinberg, einem Journalisten und Webentwickler aus Dessau, der besonderen Wert legt auf standardkonform programmierte, barrierefreie Websites.

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