Starke Frauen
Viele fänden, es seien zu viele Muskeln, sagt Andrea. Ihr ist das Gerede egal. Seit sechs, sieben Jahren trainiert die Einzelhandelskauffrau drei Mal wöchtenlich in den früher von einer Fleischerei genutzten Andes-Hallen. Macht mit einigen anderen Frauen Liegestütze oder Klimmzüge, stemmt Gewichte, wuchtet große Reifen über die Wiese. „Für mich hat sich mein Körper positiv verändert, ich habe mehr Energie und fühle mich selbstbewusster.“
Früher habe sie gar nichts gemacht, sagt Andrea. „Gar nichts“ heißt: keinen Sport. Dann habe sich in ihrem Leben plötzich etwas verändert, und sie habe begonnen sich zu bewegen. Zunächst allein, bis sie auf den Verein „Ghettoworkout“ stieß. Die Leute waren ihr sympathisch, sie stieg ein, machte den Trainerschein und übernahm die Frauengruppe.
Ihr Sport nennt sich Calisthenics, was Kraftsport mit dem eigenen Körpergewicht meint. Der Trainingseffekt ist erstaunlich. „Den eigenen Körper hochzuziehen, ist nämlich ganz schön schwer“, meint Andrea und erhebt Calistenics dennoch nicht zum Dogma. Dann wäre nämlich eine Langhantel tabu.