Rasanter Rücken
Regelmäßig sucht Marco in Dessau Maxe auf, den Tätowierer seines Vertrauens. Als eingeschworener Biker bevorzugt Marco für seinen Rücken Tattoos von MotoGP-Fahrern.
Am Tag, als diese Aufnahme entstand, stach Maxe die Umrisse vom siebenfachen MotoGP-Weltmeister Marc Márquez Alentà auf dessen Honda. Zu diesem Zeitpunkt zierte bereits der Rennfahrer Valentino Rossi Marcos Rücken sowie ein Bild von Marcos eigener Maschine, einer Aprilia RSV4, die er einmal schon auf Tempo 311 gebracht hat. „Das geht nur, wenn du ganz hinter der Kanzel abtauchst, sonst reißt es dir die Schultern weg.“
Seine Familie, sagt Marco, sei weniger begeistert von der nicht ganz ungefährlichen Leidenschaft. Im bürgerlichen Leben ist Marco Universal-Handwerker. „Ich könnte allein ein Haus bauen.“
Maxe zählt zu den Urgesteinen unter den Dessauer Tätowierern und stach schon Tattoos, als diese noch nicht zum Mainstream geworden waren.
Warum ein Tattoo (fast) für die Ewigkeit ist
Seit dem Fund von Ötzi weiß man: Menschen lassen seit mindestens 5000 Jahren Zeichen und Bilder in die Haut stechen. Bis 2018 war indes unklar, warum ein Tattoo dauerhaft erhalten bleibt. Den zugrunde legenden Mechanismus hat ein Forscherteam in Frankreich beschrieben.
Menschliche Haut besteht aus mehreren Schichten. Die Oberhaut erneuert sich ständig, im Gegensatz zur darunter liegenden Lederhaut. In diese trägt die Nadel des Tätowierers den Farbstoff ein. Und egal, ob er nun ein schwarzes, rotes oder welches Pigment auch immer verwendet – es ist und bleibt ein körperfremder Stoff.
Gegen einen solchen bringt die Immunabwehr Makrophagen, Riesenfresszellen, in Stellung. Ihre Aufgabe erfüllen sie getreulich und verleiben sich die Pigmentpartikel ein, so wie sie es zum Beispiel von Bakterien gewohnt sind. Aber: Anders als diese können Farbstoffe von den Fresszellen nicht geknackt werden und bleiben in Inneren des Jägers gefangen. Stirbt eine Makrophage, setzt sie den Farbstoff frei, was die nächste Fresszelle auf den Plan ruft.
Dieser Prozess setzt sich immer weiter fort. In gewisse Weise lebt das Tattoo, aber anders, als es die meisten Träger wohl denken.